Paragon Transit Authority
Damit Paragon City in Bewegung bleibt.
Paragon City, RI, 6. April, 2005
Von Jackson Turner - Times ChefredakteurPerry Cooper, 67, stand über 40 Jahre lang als Zugführer, Mechaniker, Inspektor und Aufseher im Dienst der Paragon Transit Authority (PTA). Seit er 2002 in den Ruhestand trat, arbeitet er an einer Chronik der Geschichte der des Transportsystems von Paragon City — einer Geschichte, die mit der seiner eigenen Familie Hand in Hand geht. „Schon im zarten Alter von 4 Jahren war ich von der Eisenbahn begeistert“, sagt er. „Mein Vater war seinerzeit als Ingenieur bei der alten roten Linie beschäftigt und sein Vater wiederum war damals bei der Paragon Rail Company angestellt gewesen. Dieser Beruf lag seit des Bürgerkrieges in unserer Familie.“ Auf die Frage, ob seine eigenen Kinder im Transportwesen arbeiten, schüttelt er den Kopf und lächelt. „Ich habe zwar einen Sohn, aber er interessiert dich nicht für die Eisenbahn. Er ist ein Held. Er nennt sich Iron Horse. Der Kampf gegen das Verbrechen ist seine Stärke. Vielleicht ist das der Beginn einer neuen Familien-Tradition.“
Die PTA von heute verfügt über ein vollautomatisiertes, computergesteuertes Transportsystem, dass auf der neuesten Stadtbahn-Technologie aufbaut. Der Vorläufer der PTA, die Rhode Island Horsecar Company, benutzte vor 140 Jahren von Pferden gezogene Schienenfahrzeuge für den Transport von Passagieren. „Dies war ein Fortschritt gegenüber der üblichen Pferdekutsche“, so Cooper. „Während die Pferdekutsche sich frei überall in der Stadt bewegen konnte, konnte das Schienenfahrzeug größere und schwerere Passagierladungen transportieren und war weniger vom Wetter abhängig. Einige Jahre später wurden diese von Pferden gezogenen Wagen durch elektrisch betriebene Straßenbahnen ersetzt.“ Diese sich durch die ganze Stadt ziehenden elektrischen Bahnlinien waren die direkten Vorläufer vieler der Strecken, die noch heute in Betrieb sind. „Die älteste und umfangreichste Linie nannte sich nach dem Anstrich ihrer Bahnen die rote Linie. Mit der Zeit avancierte die rote Linie zur meistbenutzten und berühmtesten der drei von der Paragon Rail Company betriebenen Linien.“
Wenn die Entwicklung des alten Transportsystems von Paragon City auf den ersten Blick ohne Probleme vonstatten gegangen zu sein schien, so galt es doch, einige Probleme zu bewältigen. Einer der Hauptstreitpunkte war das Eigentumsrecht an den Strecken (oder Teilen davon). Cooper erklärt „Es gab vor der Gründung der Paragon Rail Company im Jahre 1912 keine zentrale Kontrollstelle. Stadtbahnlinien und die Bahnen selbst standen zum Teil im Eigentum von Privatpersonen oder ihren Firmen, die die Strecken vorschlugen, deren Bau finanzierten und die Gebühren kassierten.“
In einem solchen Umfeld ließen Korruption und Bestechung nicht lange auf sich warten. Es gab keine offiziell geregelten Standards für die Höhe der Fahrgelder und der Konkurrenzkampf um Passagiere war sehr hart. Von 1880 bis 1896 gab es ein Dutzend Firmen, die ihren Anspruch an Abschnitten des Schienennetzes anmeldeten. Aus Jahren erbitterter Konkurrenz, Streiks, Fusionen und Übernahmen gingen schließlich drei Firmen erfolgreich als die Hauptbetreiber des Schienenverkehrs von Paragon City hervor: die McQueen Red Line, die East Bay Green Line und die South End Rail Company. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der erbitterte Wettbewerb zwischen diesen drei Firmen in einen gewalttätigen Kampf umschlagen würde, der schließlich 1911 mit dem South End Rail-Aufstand eskalierte.
Coopers Großvater war zu dieser Zeit als Ingenieur bei der McQueen Red Line beschäftigt, die ungefähr ein Drittel der Linie, die durch Paragon City führte, kontrollierte. „Es begann am 15. Juni 1911, als die South End Rail Company, in deren Besitz sich sowohl die südliche Pendler-Linie als auch die durch einen Großteil der Südstadt führende rote Linie befand, versuchte, Kontrolle über mehr als die Hälfte der Linie zu erlangen – und zuerst den Streckenabschnitt der sich zu dieser Zeit im Besitz von McQueen befand an sich zu reißen versuchten.“
Der Plan der South End Rail Company war einfach. Andere Firmen hatten zuvor ähnliche Pläne durchgeführt, wenn auch nicht in dieser Größenordnung. Die Idee war ein Streik innerhalb der von ihnen kontrollierten Streckenabschnitten, der die Stadt in Chaos stürzen wurde. Nicht nur der Transport innerhalb der Stadt, sondern auch der Transport in die Stadt und aus der Stadt hinaus war lahm gelegt. Hitzige Diskussionen zwischen den Besitzern der Linien wurden gewalttätig und breiteten sich auf die Straßen aus, wo Bahnbedienstete und empörte Bürger gleichermaßen in ein Handgemenge verwickelt wurde, dass schnell eskalierte und sogar die Intervention von Polizei und Militär notwendig machten. Dutzende wurden getötet oder verletzt. Es zeigte sich bald, dass nicht nur von McQueen, sondern auch von South End Rail Opfer verlangt worden waren. Das Gericht von Rhode Island beschloss die Zusammenführung der Bahnlinien, was effektiv die Privatisierung des Schienenverkehrs beendete und zur Bildung einer einzigen Betriebsgesellschaft führte – der Paragon Rail Company (PRC).
Zu Gründungszeiten war das größte Problem der PRC die Zusammenführung der drei großen Bahnlinien, die während der Zeit in privater Hand zu einem Gewirr von Bahnstationen und Abstellgleisen geworden waren und deren Erweiterungen und Umleitungen an den Meistbietenden verkäuflich waren. Eine groß angelegte Neuplanung war daher das Hauptanliegen der PRC. Brachliegende Teile des Schienennetzes wurden abgebaut oder umgeleitet. Teilstücke der Linien wurden verbunden. In den Jahren zwischen 1912 und 1922 wurde das Transportsystem komplett überholt. Die rote und gelbe Linie verbanden nun Bezirke der Innenstadt, während die grüne Linie die Außenbezirke anband. Diese Planung gilt nach wie vor für das heutige System der PTA.
Mit den 30er und 40er Jahren kam ein neues Problem auf – die durch die immer größer werdende Beliebtheit des Autos akute Verstopfung der Straßen. „Viele Streckenabschnitte liefen durch Gegenden mit einer hohen Bevölkerungsdichte“, so Cooper. „Mein Vater, der in den späten 30er Jahren für den Abschnitt ‘Garment District’ in Kings Row verantwortlich war, beklagte sich täglich über das hohe Verkehrsaufkommen und den Stau, den die Bahnen verursachten.” 1940 wurde eine Spezialkommission gegründet, die mit der Aufgabe betraut wurde, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Nach langen Debatten, in denen unter anderem eine Untergrundbahn vorgeschlagen wurde, was jedoch bei Statesman aus mysteriösen Gründen auf Ablehnung stieß, schlug ein Mitglied der Kommission namens Harold T. Bradbury, ein ehemaliger Transportversteher aus Chicago, ein Schwebesystem vor. Am 4. September 1941 stimmte die Kommission einstimmig für eine Schwebebahn. Leider wurde dieser Beschluss aufgrund der Ereignisse vom 7. Dezember nicht sofort umgesetzt. Erst gegen Ende 1946 wurde der Beschluss neu abgestimmt und durch die Stadt bewilligt.
„Es war beabsichtigt, die bestehenden Routen wo immer möglich zu erhalten und die Gleise hoch über den Straßen zu bauen“, erzählt Cooper. 1951 war das neue Schwebebahnsystem einsatzfähig und damit wurde auch die aufpolierte Paragon Rail Company unter ihrem neuen Namen Paragon Transit Authority vorgestellt. „Als ich 1958 bei der Firma anfing“, erzählt Cooper, „verfügte die PTA über eins der effizientesten Transportsysteme des Landes. Ein Jahr später gingen wir die Partnerschaft mit der Rhode Island Public Transit Authority (RIPTA) ein.“
In den 50er und 60er Jahren standen weitere Änderungen für jede der Linien an. Die grüne Linie wurde bis nach Independence Port und Eastgate ausgeweitet. Der durch Skyway City führende Streckenabschnitt der roten Linie wurde der gelben Linie angegliedert. Das Interesse der PTA galt in dieser Zeit auch dem Einschienen-System, dass mit dem ALWEG-Monorail soeben in Schweden eingeführt wurde und dass man auch bis 1959 in Disneyland zu implementieren gedachte. Durch den Erfolg des für die Weltmesse 1962 in Seattle eingeführte ALWEG-System angespornt, beschloss die PTA einen Versuch mit der roten Linie zu starten. Am 12. Oktober 1964 nahmen die ersten Monorail-Bahnen der roten Linie den Betrieb auf. Die Reaktion der Öffentlichkeit war überwältigend — diese Bahnen waren schneller, leiser und bequemer als alle bisher da gewesenen. Dies bestärkte die PTA in ihrem Entschluss. Die Monorail-Bahnen waren effizient, wartungsarm und kostengünstig. Die Benutzerzahlen schossen in seit den 40er Jahren nicht da gewesene Höhen. 1970 waren alle drei Linien zum Monorailsystem umgebaut worden – einem System, das Paragon City bis heute hervorragende Dienste leistet.
„Als ich 1980 Vorsteher wurde“, erzählt Cooper weiter, „waren die Linien bereits gut etabliert; die Kapazitäten übertrafen unsere Erwartungen und unser Planung und Pünktlichkeit waren nahezu perfekt. Das Nahverkehrsangebot der PTA war hervorragend, und dieser Ruf wurde über 20 Jahre lang aufrechterhalten.“
Am 23. Mai 2002 jedoch änderte sich all das schlagartig. Die Rikti wussten genau, was sie taten. Das wichtigste Transportmittel der Stadt war unter den ersten ihrer Ziele. „Sie griffen alle Linien an“, erinnert sich Cooper. „Aber die am stärksten betroffene war die rote Linie. Es war hauptsächlich diese Linie, die Verstärkung an die Kampfschauplätze der Stadt transportierte. Es gelang den Rikti, über 70% dieser Linie dem Erdboden gleichzumachen. Die meisten Opfer, seien es Zivilisten oder Helden, wurden auf der roten Linie gefordert, die damals auch die ‘Helden-Linie’ genannt wurde.“
Nach der Invasion beschloss die PTA, die von den Rikti verschont gebliebenen Streckenteile der roten Linie der gelben Linie anzugliedern. „Es war wichtig, dass System so schnell wie möglich wieder einsatzfähig zu machen – die übrig gebliebenen Teilstücke der roten Linie der gelben Linie anzugliedern schien hier die geeignete Lösung zu sein. Es war eine schwere Entscheidung, aber sie musste gefällt werden.“
Wenn man die Züge auf ihrem Weg durch die Stadt betrachtet, fällt auf, dass sie alle das Zeichen der roten Linie tragen. „Damit wollen wir der alten roten Linie gedenken“, so Cooper. „Damit wir sie niemals vergessen.“
Heute gilt das Transportsystem der PTA landesweit als eines der besten. Ob es darum geht, Helden auf dem Weg zu ihrer Mission zu transportieren oder Zivilisten nach Hause – die PTA hat sich als effizienter und sicherer erwiesen als jede andere Transportgesellschaft. Und wie das Motto schon sagt: „Wir bringen dich ans Ziel.“










