Manticore und Recluse setzen Südamerikaoffensive fort
Bogota, Kolumbien, 27. September
Von Jackson TurnerDas kolumbianische Militär bestätigte heute einen hinterhältigen Angriff der gefürchteten Arachnos Terroristengruppe um Lord Recluse und Manticore vom vergangenen Dienstag. Gegen Mittag engetroffene schwer bewaffnete Truppen fanden die Leichen mehrer hunderter Tote in den Anden.
“Wir vermuten, dass die Terroristen irgendetwas suchen” so ein Militärsprecher. “Wir können noch nicht mit Sicherheit sagen, was genau, vermuten aber, dass es sich um mehrere befestigte Basen innerhalb des Gebirges handeln könnte.”
Laut Aussage eines US-Militärberaters und CIA Mitarbeiters habe Recluse eine paramilitärische Einheit in der Andenregion stationiert. Mr. Fish sagte, Recluse habe das dortige Rebellenlager zunächst aus der Luft bombardiert und dann seine Söldnertruppen ausgesandt um auch die letzten Überlebenden noch zu massakrieren.
Auf die Frage nach der Herkunft der Rebellen antwortete Fish lapidar, dass es sich um Friedenskämpfer und Drogenschmuggler gehandelt habe. Eine Aussage, die nach Meinung der an der Operation beteiligten Militärs, nicht der Wahrheit entspricht.
Einer der Soldaten äußerte die Meinung, dass es sich bei den Opfern um Mitglieder krimineller Organisationen handelte, die vor Jahren aus den USA geflohen waren und hier wieder Fuß zu fassen suchten. “Es ist gut, dass die Verbrecher zur Strecke gebracht wurde, aber die Art und Weise ist nicht in Ordnung”, so ein Offizier.
Wenige Überlebende des Massakers haben es bis in die Slums am Rande Bogotas geschafft. Dort konnten wir Cisne, so ihr Codename, zu einem Interview überreden. Von Manticores Pfeilen schwer verletzt, war die platinblonde Schönheit, deren Verwundung ohne medizinische Hilfe wohl bleibende Schäden hinterlassen, ihrer Hoffnungen beraubt. Sie sagte, dass sie nicht in die USA zurückkehren könnte, da sie als verdeckte Ermittlerin gearbeitet habe, jetzt aber ihr früherer Freund, Liebhaber und Auftraggeber sich gegen sie gewandt hätte. Manticore selbst habe sie beauftragt, die Rebellengruppe zu infiltrieren und auszuspähen.
Laut ihrer Aussage habe sie seit Jahren als Doppelagentin für Manticore gearbeitet, bis dieser sich dann der Terroristengruppe um Recluse anschloss. Der Angriff, so Cisne, sei völlig überraschend gekommen. “Ich hatte ihm [Manticore, Anm. d. Red.] alles gegeben, was er von mir verlangte - aber als Recluse ihm befahl, mich aus dem Weg zu räumen, lächelte er mich einfach nur an und schoss auf mich.” Die von ihr vorgelegten Aufnahmen des Massakers zeigen ein Bild der Verwüstung. Weder das kolumbianische Militär noch US Vertreter wollten die Aussagen Cisnes kommentieren.
Mrs. Liberty von den Guardians ihn Paragon City gab folgendes bekannt: “Wir haben alle verfügbaren Helden abgestellt, die Verbrecher aufzuspüren und ihrer gerechten Strafe zuzuführen - durch die Outbreak-Seuche sind aber nur wenige Helden verfügbar. Wir haben Manticore und was er Back Alley Brawler angetan hat nicht vergessen. Niemand ermordet einen der unseren und kommt einfach davon.” Manticore war einst ein vielbeachteter aufstrebender Held, der sich dann jedoch dem Verbrechen zuwandte. Seit nunmehr zwei Jahren führt er gemeinsam mit Lord Recluse die internationale Liste der meistgesuchten Verbrecher an.
Anm. der Red.: Kurz nachdem uns dieser Bericht übermittelt wurde, verschwand Jackson Turner aus seinem Hotel in Bogota. Ersten Hinweisen zufolge wurde sein Zimmer verwüstet, so dass die Behörden von einer Entführung ausgehen müssen. Hinweise auf den Verbleib von Jackson nimmt unsere Redaktion gerne entgegen.
Hintergrundbericht:
Manticore - Der Mann hinter der Maske
Noch vor mehr als zweieinhalb Jahren war Manticore einer der viel versprechenden Helden Paragon Citys. Er hatte Geld, Ruhm und mit Lena Elliot eine der bestaussehenden Frauen der Stadt an seiner Seite - doch hinter der Maske muss etwas zerbrochen sein.
Geboren wurde Manticore als Justin Sinclair, Erbe des Industriellen, Abenteurers und ersten Manticore, des Goldenen Bogenschützens, Simon Sinclair. In seine Jugend mangelte es Justin an nichts und doch rebellierte er gegen seine Familie und die Legende seines Vaters. Mehrere namhafte Privatschulen verwiesen Justin wegen Schlägereien, Glücksspiels und Drogenmissbrauchs. Unterwiesen von den besten Privatlehrern zog es ihn immer wieder in die Partyszene, wo er oft für negative Schlagzeilen wegen seines exzessiven Lifestyles mit Gewalt, Drogen und Affairen mit verschiedenen Hollywood-Starlets sorgte. Noch in seinen frühen Zwanzigern war er mehrfach in Rehabilitationskliniken wegen seiner Amphetaminsucht. Erst nach dem Tod seines Vaters gelang ihm die Wende.
Simon Sinclair, der ursprüngliche Manticore, und seine Frau kamen bei einem Anschlag des Auftragsmörders Protean ums Leben. Der zur Hilfe eilende Back Alley Brawler wurde bei dem Anschlag schwer verletzt und musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Der einzige Zeuge des Anschlags war Justin.
Dieser Schicksalsschlag muss Justin die Augen geöffnet haben, denn kurz darauf legte er das Cape seines Vaters um und übernahm die Rolle Manticores. Seine Aufnahme in die Freedom Phalanx wurde überschattet von Gerüchten um seinen exzessiven Hangs zur Gewalt und seines unorthodoxen Verhaltens. Allen seinen Anstrengungen zum Trotz war Manticores Ruf nie unbefleckt. Ein Vorfall folgte dem nächsten - verschiedentliche Übertritte gegen die Regeln der Phalanx gegen die Tötung von Verbrechern; der Tötung seines Teamkameraden Statesman zur Abwehr der Bedrohung durch Prometheus bis hin zu Angriffen gegen die Guardians - bis Statesman die Entscheidung traf, Manticore aus den Riegen der Freedom Phalanx zu entfernen.
Aber vielleicht war Manticore schon zuvor verloren? Nachdem Lord Recluse bei seinem Überfall auf Paragon City gefangen genommen werden konnte, war es Manticore, der den Angriff auf den Longbow Transporter leitete und für den Tod Back Alley Brawlers die Verantwortung trägt. Ein Videoamateur sind Aufnahmen zu verdanken, in denen dokumentiert ist, dass Manticore selbst dem sterbenden Back Alley Brawler gesteht, dass er selbst seine Eltern, als Protean verkleidet, ermordete. Dieser Aussage zufolge habe er bereits seit Jahren in Diensten Recluses gestanden und dass jener die Weltherrschaft an sich reißen werde.
Seither sind er und Recluse auf der Flucht - die meistgesuchten Personen der Welt. Statesman: “Manticore war einer der wenigen Menschen auf der Welt, denen ich mein Leben anvertraut habe - jetzt gehört er zu jenen, denen ich es nehmen würde.”










