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Paragon Times

Sport-Special

Die Arena kommt!

Von Ernie “Doc” Lardner - Sport-Kolumnist der Times

Als die Baukommission von Paragon City zur Besichtigung der ihrer baldigen Eröffnung entgegen sehenden Arena von Galaxy City einlud, ließ ich mich nicht zweimal bitten. Die ganze Stadt schien seit einiger Zeit gespannt zu versuchen, einen Blick auf das Gebäude zu erhaschen – und ich selbst war da keine Ausnahme. Seit 23 Jahren schreibe ich nun über das Geschehen in der Welt des Sports in Neuengland; von professionellem Mini-Golf über Basketball erster Ordnung bis zu Titelkämpfen im Schwergewichtsboxen war mir schon einiges untergekommen. Aber Helden im Kampf mit anderen Helden? Das weckte wirklich meine professionelle Neugier. Außerdem litt der Profisport nach der Rikti-Invasion ohnehin unter einer chronischen Flaute (diese miesen Rikti hatten nur allzu gerne einen Umweg in Kauf genommen, um unser geliebtes Atlas-Gedenkstadium in die Luft zu jagen!), sodass der Plan, Wettbewerbe zwischen Helden zu organisieren, wie eine Frischzellenkur auf die müde Wirtschaft dieser Stadt wirken sollte – ganz zu schweigen von der Wirkung, die Brot und Spiele gemeinhin auf unzufriedene Bürger haben.

Nicht zuletzt trieb mich auch die drohende Verstopfung meines Posteingangs-Ordners dazu, Recherchen zu diesem Thema zu beginnen. Fragen über Fragen wurden gestellt:  Wie soll das Ganze funktionieren? Was halten die Helden davon? Wie viel soll das kosten? Und natürlich: Was habe ich davon?

Die Leute wollten Bescheid wissen. Die Helden wollten Bescheid wissen. „Doc“ wollte Bescheid wissen.

Die Arena in Galaxy City – wie ihre Gegenstücke in Talos und Peregrine Islands, die durch die Wunder der noch geheim gehaltenen Technik alle mit einander verbunden sind – zeigt sich als ein imposantes Gebäude, in dem Heldendenkmal, neoklassische Kathedrale und römisches Kolosseum in einem Werk der Architektur verschmelzen Mit seinen aufragenden, von Fahnen gekrönten Türmen, seinen breiten, neo-gotischen Verstrebungen und den es umgebenden Heldenstatuen sieht das Gebäude nicht nur wie ein würdiger Schauplatz für moderne Gladiatorenwettbewerbe aus, sondern vermittelt darüber hinaus das Gefühl einer geheiligten Arena, in der fast mythische Helden sich zum Kampf gürten, ihre Rüstung anlegen und sich Angesicht zu Angesicht der unberechenbarsten und größten aller Herausforderungen gegenüberstellen können – dem anderen Helden.

Am Haupteingangstor der Arena treffe ich mich mit Victoria Liebling, der PR-Direktorin der Kommission. Bevor wir das Gebäude betreten, berührt Frau Liebling eine der glatten Wände und erzählt, „Nicht viele wissen, dass die Arenen auf in den 50er Jahren von Rudolph Seifert entworfenen Designs beruhen, die Paragon City den Zuschlag als Gastgeber der Olympischen Spiele von 1956 sichern sollten.“

Diese jedoch fanden bekanntlich in Melbourne statt, und Seifert sollte nicht mehr erleben, wie seine Pläne zu Realität wurden.

The Lobby

Nachdem wir das weite Tor durchschreiten, finden wir uns in einer geräumigen, mit Marmor gestalteten Eingangshalle wieder, die die Hauptebene umgibt. Die Mauern neigen sich sanft, um eine Kuppel über uns zu formen. Eine breite Treppe führt hinauf zu den Schlacht-Terminals oder, wie Frau Liebling es ausdrückt, dem „Herz der Arena“. Diese computergesteuerten Kioske ermöglichen die Planung von Matches in der Arena. 

Battle Terminals

Ein Klick auf den Teminalbildschirm, und schon können wir nach dem perfekten Match suchen; sei es, um an ihm teilzunehmen, es gar zu organisieren oder es einfach anzusehen.

Terminal Screen

Als ich bemerke, dass das Ganze für meinen Geschmack etwas kompliziert aussehe, schüttelt sie nur den Kopf. „Eigentlich nicht“, sagt sie. „Eigentlich erklärt sich das System fast wie von selbst.“ Sie zeigt auf die erste, mit Art des Events betitelte Spalte.

Frau Liebling erklärt: „Events sind nach verschiedenen Spieltypen eingeteilt:

Duell: Eine Schlacht, bei der ein Held gegen einen anderen antritt. Diese Duelle haben keinen Einfluss auf die PvP-Wertung der Teilnehmer.
Team-Duell: Mehrere Helden treten gegen ein anderes, aus der gleichen Anzahl Helden zusammen gesetztes Team an.
Battle Royale: Mehrere Helden treten an; jedoch kämpft hier jeder nur für sich selbst.
Team-Battle Royale: Mehrere Teams von Helden wetteifern um die Vorherrschaft.
5TAR: Ein Team-Event, bei dem jedes Team je aus einem Zerstörer, einem Beherrscher, einem Beschützer, einem Nahkämpfer und einem Brecher zusammengesetzt ist.
Supergruppen-Rumble: Ein groß angelegtes Event, bei dem ein vollständige Supergruppe gegen eine andere antritt, sodass ein Maximum von 75 Helden gegen 75 Helden antreten können.“

„Es gibt auch einige Turniere, die immer angeboten werden. Jeder hat ein Startgeld in Form von Einflusspunkten zu entrichten.“, so Liebling. Sie weist auf die Gebühren-Spalte. „Aber die Gewinner erhalten auf den Startgebühren basierende Preisgelder.“

„Kann jeder ein Match erstellen?“, frage ich und deute auf die Spalte mit dem Title Ersteller.

„So ist es.“, antwortet Frau Liebling. „Der Ersteller des Events legt den Typ des Events, die Gewichtsklassen-Begrenzungen und Grundregeln fest.“ Als Grundregeln können folgende Regeln gelten:

Taktischer Start: Alle Spieler beginnen das Match mit 0 Ausdauer und keiner aktiven Kraft.
Max. Erholung: Alle Spieler kommen in den Genuss einer ordentlichen Verstärkung für die Ausdauer-Erholung, sodass ihnen nahezu unbegrenzte Ausdauer zur Verfügung steht. Events, bei denen diese Regel gilt, nehmen keinen Einfluss auf die PvP-Wertung.
Begrenzte Tarn-Kräfte: Tarn-Kräfte machen es nicht mehr unmöglich, den Helden anzuzielen aber sorgen weiterhin dafür, dass er schwer zu sehen ist.
Keine Pool-Kräfte: Pool-Kräfte sind bei dieser Regel inaktiv.
Keine Reise-Kräfte: Sprunghöhe und Laufgeschwindigkeit sind hier begrenzt; Flug- und Teleportations-Kräfte funktionieren nicht. Die anderen Vorteile dieser Kräfte, wie zum Beispiel der Verteidigungs-Vorteil des Schwebens, bleiben erhalten.
Keine Zuschauer: Die anderen Spieler werden nicht in der Lage sein, dieses Spiel zu beobachten.

Mir fällt auf, dass einige dieser Regeln ähnlich wie Handicaps wirken. Frau Liebling stimmt zu. „Dies hilft den Helden, ausgewogenere Matches zu erstellen. Manche Kräfte werden anders als in einer realen Kampfsituation funktionieren. Manche Kräfte funktionieren je nach Grundregel gar nicht. Es liegt allein im Ermessen der Helden, drei Grundregeln zu wählen, die am besten zu der antretenden Kampftruppe passt.“

Als alter Box-Fan fiel mein Augenmerk sofort auf die Überschrift Gewichtsklasse und die dazugehörige Spalte. Frau Liebling bestätigte gleich, dass dieses System eine Anleihe aus dem Boxsport war. 

„Es gibt zehn Gewichtsklassen, die mit den derzeit verfügbaren Sicherheitsstufen korrespondieren. Ein Held kann an allen Events teilnehmen, die für seine oder eine niedrigere Gewichtsklasse ausgeschrieben sind. Wenn ein Held sich entschließt, an einem Event einer niedrigeren Gewichtsklasse teilzunehmen, wird er zur höchsten Stufe der entsprechenden niedrigeren Gewichtsklasse heruntergestuft, wodurch er den Zugang zu einigen Kräften verliert und die Effizienz der Verbesserungen reduziert wird.

Sicherheitsstufen 1 bis 5: Strohgewicht
Sicherheitsstufen 6 bis 11: Fliegengewicht
Sicherheitsstufen 12 bis 13: Bantamgewicht
Sicherheitsstufen 14 bis 21: Federgewicht
Sicherheitsstufen 22 bis 26: Leichtgewicht
Sicherheitsstufen 27 bis 31: Weltergewicht
Sicherheitsstufen 32 bis 37: Mittelgewicht
Sicherheitsstufen 38 bis 40: Leichtschwergewicht
Sicherheitsstufen 41 bis 46: Schwergewicht
Sicherheitsstufen 47 bis 50: Super-Schwergewicht

Es liegt auf der Hand, dass die Helden um die höchste PvP-Wertung wetteifern werden. Diese Wertung lässt den Helden auf einen Blick erkennen, mit was für einem geschickten Gegner er es potentiell zu tun hat.

Ich sage Frau Liebling, dass dies im Schach ähnlich gehandhabt wird (in letzter Zeit hatte ich über mehr Schachturniere berichtet als mir lieb war).

Frau Liebling nickte. „Es ähnelt dem Wertungssystem im Schach. Jeder Held hat eine Nummer - je höher die Nummer desto besser der Wettkämpfer. Wenn ein Held jemanden mit einer höheren PvP-Wertung besiegt, steigt seine Wertung dramatisch. Wenn er jemanden mit einer niedrigeren Wertung besiegt, fällt das in der Wertung nicht annähernd so stark ins Gewicht. Die Größe des Aufstiegs hängt von dem Unterschied in der Wertung zweier Helden ab. Demgemäß verliert ein Held, der von jemanden mit niedrigerer PvP-Wertung besiegt wird, mehr Punkte, als wenn er von jemandem mit einer höheren Wertung besiegt würde.“

All das sah nach einem eleganten System für Möchtegern-Supergladiatoren aus. Als Held, der beabsichtigt, sich in den Superkraft-gestärkten Wettkampf zu stürzen, könnte man sich in der Tat kaum ein schnelleres, unkomplizierteres System wünschen. Jetzt, wo ich einen Vorgeschmack auf das hatte, was uns mit Eröffnung der Arena erwartete, sah ich der Möglichkeit, zukünftig über Arena-Matches zu berichten, mit Freuden entgegen. 

Was ist also “Docs” Fazit? Die Zukunft für Sport-Fans und Helden, die ihre Fähigkeiten im Wettbewerb mit den Besten in Paragon City auf die Probe stellen möchten, scheint rosig auszusehen. Ich werde mir auf jeden Fall schon mal einen Stammplatz in der Loge sichern!