Kontakt-Aufnahme (I)
Wir stellen die treuen Repräsentanten von Paragon City ins Rampenlicht.
Paragon City, RI, Juni 1, 2005
Von Jackson Turner - Leitender Korrespondent der TimesZum Auftakt dieser Serie von Sonderfeatures über die zahlreichen Regierungsbeamten, Polizisten, zivilen Kontakte und Militärbeamte, die unsere Helden an vielen Orten der Stadt antreffen, erhielten die Paragon Times erstmalig Zugang zu Personalakten, offiziellen Aufzeichnungen und umfangreichen, offenen Interviews. Nicht nur als Kontakte für Helden stellen diese verantwortungsbewussten Bürger einen integralen Bestandteil der Verteidigung dieser Stadt dar und bilden jene solide Infrastruktur, die unseren Helden hilft, den organisierten Kampf gegen Verbrechen und Gesetzlosigkeit aufzunehmen. Die Paragon Times haben es sich zur Aufgabe gemacht, darüber zu berichten.
Sie steht allein inmitten des geschäftigen Treibens der Eingangshalle des Rathauses. Als Stadträpresentantin ist sie die offizielle Repräsentantin für das äußere Image der Stadt sowie für ihre geheimen Vorgänge. Hinter diesem offiziellen Titel verbirgt sich die 29-jährige Brighid Moreira, deren Aufgabe als Kontakt es ist, die Kommunikation zwischen den Beschützern der Stadt und dem Bundesbüro für Superkraft-Angelegenheiten (BBSA) zu gewährleisten.
Obwohl Ms. Moreira auf den ersten Blick recht gewöhnlich und sogar vielleicht wie eine typische beamtete Bürokratin aussieht, verrät ein schneller Blick auf ihre Referenzen und offizielle Pflichten, dass sie über fundiertes Wissen in Sachen Gesetz und Spionage verfügt. Zu berichten, dass diese Stadtrepräsentantin für ihren Job perfekt geeignet sei, wäre nur die halbe Geschichte. In einem der seltenen Momente, die die als ‘Auszeit’ bezeichnet, öffnet sie für uns die Türen zu ihrem Büro im Rathaus und erklärt sich bereit, uns ein wenig über sich selbst zu erzählen.
„Das Amt der Stadtrepräsentantin hat hier in Paragon eine lange, aber auch etwas zwielichtige Geschichte“, beginnt Ms. Moreira. „Für viele Jahre war dieses Amt größtenteils eine formale Sache. Ab dem späten 19. Jahrhundert galt der Stadtrepräsentant mehr oder weniger als besserer Sekretär des Bürgermeisters. Ihre Aufgaben waren das Vereinbaren von Terminen, die Organisation von Veranstaltungen, die Bedienung der Presse – auch Hinterzimmer-Geschäfte fielen in das Ressort des Stadtrepräsentanten.“
An dieser Stelle ist zu bemerken, dass Ms. Moreira seit über hundert Jahren nur die dritte Frau ist, die dieses Amt innehat. Als wir sie auf diese Tatsache ansprechen, sagt Ms. Moreira nur, dass es nicht weiter verwunderlich ist, dass nicht mehr Frauen dieses Amt über die Jahre hinweg bekleideten. „Diese Aufgabe desjenigen, der dieses Amt besetzte, war traditionell, Schmiergelder für Dienste auszuhändigen, die dem Bürgermeister geleistet wurden oder ‘Geschenke’ an Leute, denn der Bürgermeister einen Gefallen schuldete - normalerweise den Sohn oder Bruder eines alten Kumpels oder Geschäftspartners. Diese Praxis erlebte besonders zur langen Regierungszeit des Bürgermeisters ‘Spanky’ Rabinowitz eine Blüte. Erst als das politische System der Stadt Mitte der 40er Jahre mit Statesmans Hilfe reformiert wurde, wurde Eleanor McKinney die erste Frau, die dieses Amt bekleidete. Obwohl viele der alten formalen Aufgaben beibehalten wurden, wurde dieser Dienst über die 30 Jahre, die Mrs. McKinney der Stadt diente mehr und mehr in die Angelegenheiten der Stadt und der Helden einbezogen und dadurch auch um vieles effizienter. Sie leistet Pionierarbeit für die Stadtrepräsentanten von heute.“
Diese Pionierarbeit wurde am 23. Mai 2002 mit dem Beginn der Rikti-Invasion in ihren Grundfesten erschüttert. Die zerstörerische Wirkung der Rikti-Angriffe sorgte dafür, dass die gesamte Zivil- und Regierungsinfrastruktur der Stadt annähernd völlig zunichte gemacht wurde. Der immer noch andauernde Wiederaufbau dieser Infrastruktur verlangte eine Stadtregierung, die in der Lage war, durch eigene Initiative Maßnahmen zu ergreifen, die sicher stellen würden, dass die Stadt in Zukunft nie wieder derart unvorbereitet getroffen würde. Im Zuge dieses Wiederaufbaus wurden die Aufgaben für das Amt des Stadtrepräsentanten völlig neu festgelegt - nicht zuletzt durch den Einsatz von Ms. Moreira selbst.
„Ich war in Washington D.C. als die Angriffe begannen“, sagt Ms. Moreira mit weicher Stimme und erinnert sich an die schrecklichen Ereignisse dieser Tage und Wochen. „Ich arbeite zu dieser Zeit als Analystin und Übersetzerin für die Abteilung Terrorismus-Bekämfung beim FBI. Obwohl auch Washington hart getroffen wurde, waren die Berichte aus Paragon City geradezu überwältigend. Ich komme aus Fall River, gleich in der Nähe von Paragon City - daher fühlte ich mich sehr betroffen. Als ich meine Familie endlich erreichte, erfuhr ich, dass mein Vater, Polizist der Fall River Polizei, nach Paragon City gegangen war. So war er immer - er wollte stets helfen, wo er konnte. Immer im Kampf für die Gerechtigkeit. Wie meine irische Mutter immer sagte: ‘Ich habe mich in einen sturen Portugiesen verliebt, dessen Herz so groß ist wie ganz Irland.’“
Ms. Moreiras Augen wandern und bleiben dann an einem Poster hängen, dass eine Ansicht von Paragon City vor der Invasion zeigt. „Seine Leiche wurde nie gefunden.“ Er ist offiziell als ‘im Dienst vermisst’ gemeldet aber ich, wir, wissen, dass er jetzt ein Teil dieser Stadt ist.“
Ms. Moreira ließ sich beurlauben und reiste an der verwüsteten Ostküste entlang nach Paragon City hinauf; nur, um überall allgemeine Verwirrung, Panik und Tod vorzufinden. Durch die Verbindungen ihrer Rechtsabteilung beteiligte sie sich bald an der Koordination der verschiedenen Behörden (der FEMA, der örtlichen und staatlichen Polizei, des Regierungsamts, des Verteidigungsministeriums) und Supergruppen, die versuchten, die Verteidigung der Stadt zu organisieren. „Ich habe den Großteil meines erwachsenen Lebens mit der Arbeit als Koordinatorin, Übersetzerin und Verbindungsperson für das FBI und INTERPOL gearbeitet, daher kenne sind mir die Schwierigkeiten die bei der Kooperation verschiedener Behörden auftreten können, nur allzu gut. Wenn es dann noch zu einem Krieg kommt, fällt alles in sich zusammen.“
Ihr unermüdlicher Einsatz und Talent für diese Arbeit blieben nicht unbemerkt. Bürgermeister Morales, die Regierung des Bundesstaats und die Supergruppen der Stadt beehrten sie mit Dank und Anerkennung. Statesman persönlich bat Ms. Moreira, in der Stadt zu bleiben und ihr als offizielle Repräsentantin zu dienen.
„Das Konzept einer Stadtrepräsentantin, deren Pflichten über die reine formale Vertretung der Stadt hinausgehen, kommt von mir“, so Ms. Moreira. „Mit meiner Erfahrung im Rechts- und Aufklärungswesen konnte ich die Aufgabe der Stadtrepräsentantin auf mehreren Ebenen wahrnehmen (sowohl sichtbar als auch hinter den Kulissen) und als Drehscheibe zwischen den neu geschaffenen Zweigen der BBSA und den zivilen und militärischen Behörden fungieren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der effizienten Kommunikation und Koordination von Informationen über Bedrohungen zwischen den Behörden. Auf einer etwas offensichtlicheren Ebene fungiere ich auch als Verbindungsperson zwischen den Helden der Stadt und der Stadtregierung.“
Heute nimmt Brighid Moreira ihre Aufgaben als Stadtrepräsentantin mit genau dem gleichen Eifer und Können wahr wie in den dunklen Monaten des Jahres 2002. Azuria, die BBSA-Verbindungsperson von MAGI beschreibt Brighid gegenüber den Times als „einfach erstaunlich.“ Sie hat sich ihren Herausforderungen gestellt und wurde auch dann nicht müde. Das kleine Mädchen aus Fall River - sie hat einen Harvard-Abschluss, spricht fließend alle möglichen Sprachen und kann sogar kämpfen wie ein Löwe. Ich bin stolz darauf, mit ihr arbeiten zu können.“
Mit der Ankunft von Helden aus aller Welt ist ihre Aufgabe noch größer geworden, aber sie hat ihr eigentliches Ziel dennoch nicht aus den Augen verloren. „Gesetzlosigkeit, Chaos, Schmerz, Ungerechtigkeit, das Böse … Ich habe mir geschworen, mich all dem mit ganzer Kraft entgegenzustellen. Wir alle haben so viel verloren. Nie wieder. Das ist mein persönlicher Schwur.“
Trotz der immensen Anforderungen dieses Berufs und der vertraulichen Natur vieler ihrer Pflichten gibt es einen Aspekt, der trotz seines zeremoniellen Charakters hohe Bedeutung für Ms. Moreira trägt.
„Diese Helden wenden sich in ihrem leidenschaftlichen Kampf für Gerechtigkeit an mich - und mir fällt die ehrenhafte Aufgabe zu, jenen Helden, die Sicherheitsstufe 20 oder 30 erreichen, dabei zu helfen, jeweils das Anrecht auf ein Cape oder größere Kontrolle über ihre Kräfte zu erlangen. Dies ist der Aspekt meiner Arbeit, der der Öffentlichkeit am ehesten bekannt ist. Und vielleicht ist es der ehrenhafteste Aspekt. Diese Frauen und Männer, die mit Leib und Seele gegen das Unrecht kämpfen … in ihnen erkenne ich meinen Vater wieder. Ich sehe die gleiche, alles umfassende Liebe. Wir stehen so tief in ihrer Schuld.“
Wir, die Paragon Times sind Ms. Moreira zu tiefstem Dank für ihren unermüdlichen Einsatz im Dienst dieser Stadt verpflichtet, für den sie keine Opfer zu scheuen scheint. Paragon City steht tief in ihrer Schuld.










